Polizei Niedersachsen ist gut ausgestattet


Pistorius: „Ich bin sehr froh, wie schnell wir die Polizei mit professioneller Schutzausstattung ausstatten konnten!"

Schon Mitte Februar 2020 hat die Niedersächsische Polizei vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Corona-Pandemie damit begonnen, eine Reihe von Infektionsschutzmaterialien für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizei zu beschaffen. So wurden die Polizeibehörden z.B. mit FFP2-Masken, „OP"-Masken, Schutzbrillen, Schutzanzügen oder Acrylschutzwänden u.a. für den Bereich der Wache sowie Hand- und Oberflächendesinfektionsmitteln ausgestattet.

Insbesondere durch die Acrylschutzwände wird bei Gesprächen oder Vernehmungen mit Bürgerinnen und Bürgern für einen hohen beidseitigen Schutz gesorgt. Die Niedersächsische Polizei hat für diese Schutzausstattung in den vergangenen Wochen und Monaten insgesamt rund 3,5 Millionen Euro investiert.

Dazu äußerte sich der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, heute (26. Mai 2020) bei einem Besuch im Polizeikommissariat in Wunstorf: „Ich bin sehr froh, dass unsere Expertinnen und Experten im Februar sehr schnell und vorausschauend gehandelt haben. So ist es trotz der immer schwieriger werdenden Marktsituation gelungen, eine professionelle und umfassende Schutzausstattung für unsere Polizistinnen und Polizisten zu beschaffen. Der Schutz und die Einsatzfähigkeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Polizei hat - genauso wie der Schutz der Bürgerinnen und Bürger beim Kontakt mit der Polizei - oberste Priorität. Hier haben auch wir als großer öffentlicher Arbeitgeber eine Vorbildfunktion. Insgesamt kann man zum jetzigen Zeitpunkt durchaus sagen, dass die Niedersächsische Polizei bisher sehr gut durch die Krise gekommen ist."

Zu den bisherigen Maßnahmen kommt in den kommenden Tagen ein weiterer „Farbtupfer": Die Beamtinnen und Beamten werden mit wiederverwendbaren Mund-Nasen-Bedeckungen im Corporate-Design der Polizei ausgestattet. Die neuen Mund-Nasen-Bedeckungen tragen seitlich den Schriftzug „Polizei" und sind aus einem waschbaren Stoffgewebe in blau-schwarz gefertigt. Hierdurch besitzen sie einen höheren Tragekomfort im Vergleich zu den sogenannten „OP"-Masken. In der Wirkung erhöhen sie, ebenso wie die OP-Masken, den Schutz anderer Personen vor einer möglichen Virenübertragung.

„Auch das Aussehen der Polizei hat sich seit Beginn der Pandemie verändert. Wir sind froh, dass die Polizei mit den Veränderungen wächst und nun alle Polizistinnen und Polizisten mit eigens für sie angefertigten Masken ausgestattet werden. So können die Kolleginnen und Kollegen weiterhin mit besonderer Rücksicht zum Schutz der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger arbeiten und weiter für Sicherheit sorgen", so der ebenfalls anwesende Präsident der Polizeidirektion Hannover, Volker Kluwe.

Im Hinblick auf die Komplexität und Vielfältigkeit der Einsatzsituationen im polizeilichen Alltag, z.B. bei Fahrzeugkontrollen, dem Betreten von Wohnungen, Bürgergesprächen oder Erste-Hilfe-Maßnahmen, müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizei in jedem Einzelfall und ständig neu bewerten, wie sie konkret vorgehen und welchen Infektionsschutz sie dafür benötigen. Zum Umgang mit diesen verschiedenen Situationen und der Nutzung der Ausstattung stehen unsere Expertinnen und Experten aus der Polizeiakademie Niedersachsen und die Ärztinnen und Ärzte des Medizinischen Dienstes in einem engen fachlichen Austausch, um eine fachliche Grundlage dafür zu bieten.


Weitere vorsichtige Lockerungen mit Augenmaß


Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder haben sich heute auf weitere Lockerungsmaßnahmen geeinigt. Etwaige größere Bereiche sollen am 6. Mai erörtert werden. Dann liegen voraussichtlich belastbare Daten zu den Auswirkungen der seit dem 20. April schrittweise erfolgten Lockerungen auf das Infektionsgeschehen in Deutschland vor.

„Es war ein guter und konstruktiver Austausch zwischen der Bundeskanzlerin und den Länderchefs," so Ministerpräsident Stephan Weil nach der Videokonferenz. „Alle Beteiligten sind sich ihrer großen Verantwortung für die Gesundheit der Menschen in unserem Land bewusst. Wir haben großes Verständnis für die Ungeduld vieler Menschen angesichts der inzwischen glücklicherweise niedrigen Infektionszahlen in Deutschland. Aber wir dürfen uns nicht zu früh in Sicherheit wiegen. Jetzt gilt es, gemeinsam die Disziplin aufzubringen, Beschränkungen noch eine Zeit lang beizubehalten und durchzuhalten. Lockerungen können auch jetzt nur vorsichtig und in kleinen Schritten erfolgen, damit wir nicht vorschnell wieder einreißen, was wir in den vergangenen Wochen mühsam aufgebaut haben."

Einige der heute vereinbarten Öffnungsmaßnahmen gelten bundesweit, andere hat die Niedersächsische Landesregierung ergänzend vereinbart.

Bundesweit - und damit natürlich auch in Niedersachsen - sollen zukünftig Versammlungen zur Ausübung religiöser Handlungen in Kirchen, Synagogen und Moscheen unter strengen Abstands- und Hygienemaßnahmen wieder zulässig sein.

Über einen Einigungspunkt zeigte sich Ministerpräsident Stephan Weil besonders erfreut: „Spielplätze können wieder geöffnet werden!" Über die Einzelheiten würden kurzfristig Gespräche mit den Kommunen erfolgen. Dies sei für Kinder und ihre Eltern sicher eine große Erleichterung.

Einvernehmen aller Länder bestand auch dahingehend, dass Museen, Ausstellungen und Galerien, Gedenkstätten sowie zoologische und botanische Gärten wieder geöffnet werden können.

All dies wird in Niedersachsen ab dem 6. Mai 2020 gelten, dann tritt die nächste Änderung der Rechtsverordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Corona-Virus in Kraft.

Unterstrichen wurde in der heutigen Konferenz noch einmal, dass Großveranstaltungen wie Volksfeste, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern, größere Konzerte, Festivals, Dorf- Stadt-, Straßen-, Wein- und Schützenfeste sowie Kirmesveranstaltungen auch weiterhin untersagt bleiben. Dieses Verbot muss voraussichtlich mindestens bis Ende August aufrechterhalten bleiben.

Jenseits des einvernehmlichen Beschlusses aller Bundesländer wird Niedersachsen mit der nächsten Änderungsverordnung einige Bereiche lockern, in denen nach Auffassung der Landesregierung die Infektionsgefahr überschaubar ist:

So werden ab dem 6. Mai 2020 Outdoor-Sportanlagen zu Trainingszwecken für alle Sportarten geöffnet, bei denen ein Mindestabstand von 1,50 m sichergestellt werden kann. Ermöglicht werden sollen auch Veranstaltungen, bei denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihren eigenen Fahrzeugen sitzen - wie etwa Auto-Kinos und Auto-Konzerte.

Geöffnet werden sollen im Übrigen zusätzlich zu den rein automatischen Autowaschanlagen nun auch solche, in denen Fahrzeugbesitzer am Reinigen der Autos selbst mitwirken.

Niedersachsen wird auch einen ersten vorsichtigen Schritt in Richtung einer Öffnung des Touristiksektors gehen. Von Mitte nächster Woche an sollen Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper sich auch zu touristischen Zwecken wieder in ihren Wochenend- oder Feriendomizilen aufhalten dürfen.
Die seit dem 06.05.2020 gültige Fassung können Sie hier einsehen.

Die Verordnung wird in Kürze noch mal geändert werden. Geplant ist, dass eine geänderte Fassung am 11. Mai 2020 in Kraft treten soll. Hintergrund ist die Umsetzung des Stufenplans „Neuer Alltag in Niedersachsen".

Verstöße gegen die Niedersächsische Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Corona-Virus werden entsprechend des am 8. April 2020 vorgestellten Bußgeldkatalogs geahndet. Der Bußgeldkatalog wurde am 27. April 2020 als Runderlass im Niedersächsischen Ministerialblatt veröffentlich.



Kriminalität in Zeiten der Corona-Pandemie: Weniger Einbrüche und Diebstähle, mehr Onlineanzeigen und starke Präsenz in den sozialen Medien

Der Minister des niedersächsischen Ministeriums für Inneres und Sport, Herr Pistorius: „Unsere Polizei ist jederzeit erreichbar. Digital und Analog.“



"Ein mit der aktuellen Situation vergleichbares Szenario hat es in der Geschichte Niedersachsens noch nicht im Ansatz gegeben. Das wirkt sich natürlich auch auf die Kriminalität und die Arbeit der Polizei in Niedersachsen aus. Insgesamt gibt es bisher weniger Kriminalität, aber hier muss man differenzieren." So der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, in einem ersten Zwischenfazit zur veränderten Arbeit der Polizei und dem aktuellen Kriminalitätsgeschehen in Niedersachsen.

Aktuell lässt sich in den meisten Kriminalitätsbereichen in Niedersachsen ein Rückgang der Straftaten verzeichnen. Bereits im gesamten vergangenen Jahr wurden in Niedersachsen historisch wenige Einbrüche begangen. Nach einer vorläufigen Erhebung des Landeskriminalamts Niedersachsen anhand der eingegangenen Vorgänge für die vergangene Woche, die allerdings nur eine Momentaufnahme darstellt, ist ein massiver Rückgang der Einbrüche im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum festzustellen. Auch bei den angezeigten Diebstählen ist ein teils deutlicher Rückgang zu verzeichnen. So ist im Vergleich der Diebstahl von Kraftfahrzeugen um fast 70 Prozent zurückgegangen.

Pistorius: „Das öffentliche Leben ist weitestgehend runtergefahren. Geschäfte und Restaurants sind geschlossen, die Fußgängerzonen praktisch menschenleer. Die allermeisten Menschen bleiben zu Hause. Damit bieten sich auch weniger Tatgelegenheiten."

In anderen Bereichen passen die Täter ihre Machenschaften der aktuellen Situation an, insbesondere online. So nutzen Betrüger die Corona-Pandemie für ihre Zwecke aus.

Pistorius: „Es gibt etwa Fakeshops im Netz, die suggerieren, noch einen Vorrat an Atemschutzmasken zu haben. Wer hier einkauft, ist sein Geld oft ohne Gegenleistung los. Es sind außerdem diverse Phishingmails im Umlauf, die vermeintlich von der Arbeitsagentur stammen oder die eine finanzielle Soforthilfe anbieten und mit denen Daten abgegriffen werden sollen. Darum ist meine dringende Bitte, gerade bei Geschäften im Internet oder Mails mit Angeboten vorsichtig zu sein und nur dort zu kaufen, wo man sich sicher sein kann, dass das Angebot seriös ist. Wenn Sie Opfer einer Straftat im Internet geworden sind, bringen Sie dies zur Anzeige."

Für den Fall, dass Bürgerinnen oder Bürger bereits auf Betrüger hereingefallen sind und für viele weitere einfachere Fälle der Kriminalität ohne erforderliche Sofortmaßnahmen steht ihnen, gerade in Zeiten der Kontaktreduktion, rund um die Uhr die Online-Wache zur Verfügung. Bei Notfällen ist die Polizei Niedersachsen selbstverständlich auch in dieser besonderen Situation rund um die Uhr als verlässlicher Ansprechpartner unter dem Notruf 110 oder persönlich in den Polizeidienststellen erreichbar.

Bereits seit 2007 gibt es die Onlinewache der Polizei Niedersachsen. Aktuell wird die Onlinewache so stark wie noch nie genutzt. Während es im Jahr 2019 im Schnitt mehr als 148 Sachverhalte pro Tag waren, sind es seit dem 16. März 2020 durchschnittlich 380 Sachverhalte (Stand: 03.04.2020), die die Bürgerinnen und Bürger täglich über die Onlinewache der Polizei melden. Dieser signifikante Anstieg ist natürlich insbesondere auf die Coronapandemie zurückzuführen und zeigt außerdem, dass die Werbemaßnahmen für die Onlinewache sowohl über die zahlreichen polizeilichen Accounts auf den unterschiedlichen Plattformen in den Sozialen Medien als auch über die Internetpräsenzen der Polizeibehörden erfolgreich sind.

Pistorius: „Die starke Präsenz der Polizei Niedersachsen in den sozialen Medien zahlt sich in der aktuellen Ausnahmesituation aus. Vor allem die jüngere Bevölkerung können wir über die Accounts bei Facebook, Instagram und Twitter zielgerichtet erreichen."

Inzwischen betreibt die Polizei Niedersachsen 74 funktionale Accounts auf den Plattformen Facebook, Twitter und Instagram, die die Organisation der Polizei Niedersachsen widerspiegeln. Lesen Sie hier mehr dazu.

Ein weiterer wichtiger Baustein der Social Media-Strategie der Polizei Niedersachsen ist das sogenannte Community Policing. Inzwischen gibt es 22 personalisierte Kanäle von Polizistinnen und Polizisten aus allen Teilen des Landes, die ihre Follower mit Bildern, Videos und kurzen Informationen an ihren täglichen Diensten teilhaben lassen. Ziel ist es, den Bürgerinnen und Bürgern auch im direkt-virtuellen Kontakt ein Ansprechpartner zu sein, die Anliegen der Bevölkerung aufzunehmen, sie mit präventiven Hinweisen zu aktuellen Themen zu versorgen, um auch im virtuellen Raum das Sicherheitsgefühl zu stärken. Lesen Sie hier mehr dazu.

Die Accounts der Polizei Niedersachen verfügen inzwischen über eine beachtliche Reichweite mit großen Communitys und einer Vielzahl von Followern. So folgen etwa dem Facebook Kanal der Polizei Hannover rund 120.000 Personen.

Community Policing-Präsenzen mit besonders vielen Followern sind etwa der von der Lüneburger Polizeikommissarin Isabella Harms auf Instagram mit mehr als 9.000 Personen, die dem Kanal folgen, oder der von Diensthundführerin Hannah Schmidt aus Oldenburg mit mehr als 8.000 Followern.


Bilanz von Karfreitag bis Ostermontag: Polizeikontrollen in ganz Niedersachsen mit hohem Kräfteansatz – deutlich mehr als 50 Strafverfahren und über 600 eingeleitete Ordnungswidrigkeitsverfahren

Der Minister des niedersächsischen Ministeriums für Inneres und Sport, Herr Pistorius: „Auch wenn die Regelungen weitestgehend eingehalten wurden, gab es einige unerfreuliche Ausreißer“



Auch am meist frühsommerlichen Osterwochenende von Karfreitag bis Ostermontag hat die Polizei in ganz Niedersachsen Kontrollen mit hohem Kräfteansatz aus dem Einzeldienst und allen sieben Bereitschaftspolizeihundertschaften durchgeführt. Dabei wurden über die Osterfeiertage von der Polizei weit über 600 Ordnungswidrigkeitsverfahren nach dem Infektionsschutzgesetz eingeleitet. Außerdem wurden deutlich über 50 Strafverfahren im Kontext „Corona" eingeleitet. Die Polizei führte flächendeckend in ganz Niedersachsen über 4.000 Gefährderansprachen durch und sprach mehr als 1.800 Platzverweise aus.

Das Verkehrsaufkommen war im Vergleich zum regulären Osterverkehr deutlich reduziert. Es gab kaum Reiseverkehr, was zu deutlich weniger Verkehrsunfällen als in den Vorjahren führte. Andererseits gab es einige Personen, die die leeren Straßen für rücksichtslose Raserei nutzen. Bei einem Schwerpunkteinsatz in Hannover wurden allein am Karfreitag 303 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Es wurden 33 Fahrverbote ausgesprochen. Der Schnellste fuhr mit 121 km/h bei erlaubten 50 km/h. Die Polizei wird die Tuning und Raserszene weiter im Blick behalten.

Am Ostersamstag gab es mehrere spontane Versammlungen in Niedersachsen. Dabei ging es überwiegend um Forderungen nach Solidarität mit geflüchteten Personen sowie Aktionen gegen die Kommerzialisierung des Gesundheitssystems. Versammlungen sind nach der aktuellen Rechtsverordnung nicht zulässig, darum wurden sie von der Polizei aufgelöst.

Besonders der Ostersonntag war stark geprägt von vielen Tagesausflügen gerade in den beliebtesten Naherholungsgebieten. Besonders stark besucht waren die Küstenorte, der Harz, Parks und Seen. Hier musste die Polizei oft einschreiten und wies teils sogar mit Lautsprecherdurchsagen auf die bestehende Rechtsverordnung hin. Dabei stießen die Beamtinnen und Beamte auch am Osterwochenende ganz überwiegend auf Verständnis, allerdings kam es vereinzelt auch zu Unverständnis und Protesten.

Am gesamten Wochenende fanden zudem keine offiziellen Osterfeuer statt, Nachbarschaftstreffen mit Lagerfeuern wurden konsequent unterbunden.

Der niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, sagt: „Das Bild am Osterwochenende glich im Wesentlichen dem der beiden vorherigen Wochenenden. Das Wetter war meistens gut, die meisten Menschen haben die geltenden Regelungen akzeptiert und befolgt, aber einige wenige haben eben auch kein Verständnis für diese Regelungen gezeigt. Dann ist die Polizei konsequent eingeschritten. Die Folge werden Ordnungswidrigkeits- oder sogar Strafverfahren sein, die schmerzhaft sein können. Besonders ärgerlich und gefährlich ist es, wenn Personen in dieser aktuellen Ausnahmesituation rücksichtslos als Raser unterwegs sind. Bis die entsprechenden Entscheidungen getroffen sein werden, brauchen wir die Disziplin und die Einsicht der Menschen in Niedersachsen weiterhin, um Leben und Gesundheit der Schwächsten von uns so gut wie es geht zu schützen. Diese Disziplin brauchen wir auch, wenn die Maßnahmen teilweise zurückgenommen werden sollten. Und das Leben wird dann noch nicht in geordneten Bahnen verlaufen. Das ist ein Marathon, kein Kurzstreckenlauf. Die Polizei wird das Einhalten der Regelungen auch weiterhin kontrollieren und Fehlverhalten sanktionieren."

Pistorius: „Die Polizeipräsenz auf den Straßen wird deutlich erhöht, und die konsequente Durchsetzung der Regelungen im Kampf gegen das Coronavirus bekommt Priorität. Es geht um Menschenleben!“


Vor dem Hintergrund der seit Dienstag (17.03.2020, 6 Uhr) in Niedersachsen geltenden Verfügungslage im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hat der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, ein konsequentes Vorgehen der Polizei sowie der kommunalen Ordnungskräfte angekündigt.

Pistorius: „Die geltenden Regeln sind klar und konsequent und dienen dem Schutz von Menschenleben. Jeder, der dagegen verstößt, gefährdet sich selbst und andere. Die Polizei und die kommunalen Ordnungsdienste werden mit aller Konsequenz für deren Durchsetzung sorgen. Ich habe angeordnet, dass dafür ab sofort mehr Polizei auf den Straßen sein wird, als wir es gewohnt sind. Jede Bürgerin und jeder Bürger Niedersachsens muss seine sozialen Kontakte sofort auf das absolute Minimum reduzieren. Die niedersächsische Polizei und die kommunalen Ordnungsdienste werden deshalb diese zwingend notwendigen Regelungen sehr konsequent durchsetzen und einschreiten, wenn es erforderlich ist. Bei Verstößen werden Geschäfte, Eisdielen, Cafés oder Restaurants geschlossen, Menschenansammlungen aufgelöst und auf Basis des Infektionsschutzgesetzes Bußgelder verhängt und als Straftaten verfolgt. Über dieses Vorgehen sind sich die niedersächsische Landesregierung und die Kommunen absolut einig!"

Weiter sagt Pistorius: „Leider ist es so, dass einige Menschen immer noch nicht akzeptiert haben, dass die durch die Landesregierung aufgestellten Regeln lebensnotwendige und lebensrettende Maßnahmen sind. Wir befinden uns in einer einmaligen und historischen Ausnahmesituation. Niemand kann sagen, wo wir in einigen Wochen stehen werden.

Wir appellieren darum noch einmal eindringlich an die Vernunft und die Verantwortung aller Bürgerinnen und Bürger. Denn ohne ihre Einsicht und ihre Vernunft geht es nicht! Es muss jetzt allen klar sein, dass weitere Schritte folgen müssen, wenn die jetzt erlassenen Regeln nicht überall ohne Ausnahme eingehalten werden. Wenn wir jetzt alle gemeinsam solidarisch und vernünftig sind, haben wir eine Chance, die Folgen dieser Krise zu mildern, die Zahl der Opfer so klein wie möglich zu halten. Diese Chance hat jeder Einzelne. Aber jeder hat auch eine eigene Verantwortung. Jeder und jede Einzelne kann durch richtiges Verhalten unserer Gesellschaft dabei helfen, so schnell es geht wieder in die Spur zu kommen. Damit dieses Land schnell wieder da ist, wo es gestern war. Ich wünsche mir heute, dass alle diese drastischen Maßnahmen, die vor wenigen Wochen kaum jemand für möglich gehalten hätte, schnell wieder aufgehoben werden können, weil die Krise überwunden ist. Dazu braucht es der Mithilfe aller."

Ein Statement des Niedersächsischen Ministers für Inneres und Sport, Boris Pistorius, zum Einsatzgeschehen am 1. Wochenende im April:


"Insgesamt können wir auch nach diesem Wochenende wieder ein positives Fazit ziehen. Die allermeisten Menschen haben Verständnis für die Regelungen und auch dafür, dass diese kontrolliert und im Zweifel dann auch konsequent durchgesetzt werden müssen. Der Kräfteeinsatz der Polizei in ganz Niedersachsen war noch einmal etwas höher als am vorherigen Wochenende. Wie erwartet waren am Samstag und noch einmal mehr am Sonntag, vor allem nachmittags, sehr viele Menschen bei dem sonnigen Wetter unterwegs. Präventiv hatte es vorher schon in einigen Naherholungsgebieten und an beliebten Ausflugszielen durch ergänzende Allgemeinverfügungen der Kommunen einige Betretungsverbote gebeten. Auch hier war die Polizei vor Ort, um die Einhaltung dieser Regelungen zu überprüfen. Insgesamt war die Stimmung meistens friedlich und kooperativ, der allergrößte Teil der Bevölkerung hielt sich wie selbstverständlich an die Vorschriften. Die Innenstädte dagegen waren eher leer.
Erwartungsgemäß wurden auch die für Privatpersonen erstmals wieder geöffneten Bau- und Gartenmärkte stark besucht. Darauf waren die Baumärkte gut vorbereitet. Wie auch in den Supermärkten gab es verschiedene Regeln bei der Einlasskontrolle und zur Abstandskontrolle, diese wurden im Wesentlichen eingehalten.

Weniger positiv dagegen war, dass flächendeckend Autowaschanlagen geschlossen werden mussten, weil einige dieser Betriebe entgegen der Regelungen geöffnet hatten.

Es ist äußerst positiv, dass es bis auf einige wenige Zwischenfälle kaum Probleme bei der Einhaltung der aktuell geltenden Regelungen gab. Ich bedanke mich für das Verständnis und die Kooperation bei allen Bürgerinnen und Bürgern und auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizei und auch der kommunalen Ordnungsbehörden, die am Ende dafür sorgen müssen, dass die Regeln eingehalten werden.

Die Kontrollen werden auch in den kommenden Tagen und natürlich über Ostern mit starkem Personaleinsatz fortgesetzt."

Neue zentrale Hotline der Landesregierung steht ab 26.03.2020 zur Verfügung

Pistorius: „Wir wollen dem enormen Informationsbedarf der Menschen in unserem Land gut, verständlich und transparent gerecht werden"

Die Niedersächsische Landesregierung stellt für Fragen der Bürgerinnen und Bürger ab sofort von montags bis freitags von 8 Uhr bis 22 Uhr eine neue, zentrale Hotline zur Verfügung. Die Hotline ist unter der folgenden Telefonnummer erreichbar:
+49 (0) 511 120 6000

Diese vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport für die Landesregierung geschaltete neue Hotline soll allgemeine, direkt verfügbare Informationen zum Coronavirus und seinen Folgen unmittelbar geben, ansonsten aber der Vermittlung zu anderen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern aus verschieden Bereichen der Landesregierung dienen.

Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, sagt: „Die Niedersächsische Landesregierung will dem enormen Informationsbedarf der Menschen in unserem Land gut, verständlich und transparent gerecht werden. Unser oberstes Ziel ist es, seriös zu informieren sowie Verunsicherungen und der Verbreitung von Fake-News entgegenzuwirken. Wer auf der zentralen Hotline anruft, erhält Informationen rund um das Coronavirus. Erläutert werden beispielsweise die Maßnahmen zur Umsetzung des Infektionsschutzes und aktuelle Entwicklung rund um die Corona-Pandemie." Bei spezifischen Fragestellungen wird an passende Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner innerhalb der Landesregierung vermittelt.

Die Landesregierung hat bereits am 26. Februar 2020 eine zentrale Internetseite mit umfassenden Informationen und zahlreichen FAQs eingerichtet. Diese Seite enthält sowohl allgemeine Informationen für alle Bürgerinnen und Bürger, aber auch spezifische Hinweise für Eltern und Kinder, für Beschäftigte und Unternehmen, für Rettungsdienste und Krankenhäuser sowie einige weitere Gruppierungen. Abzurufen ist sie unter:
https://www.niedersachsen.de/Coronavirus

Zu diesen Themen sind spezifische Hotlines zu den Folgen des Coronavirus geschaltet:

Gesundheit: +49 (0) 511 4505 555
(Mo. - Fr. 9 - 18 Uhr)

Land- und Ernährungswirtschaft: +49 (0) 511 120 2000
(Mo. - Fr. 9 - 17 Uhr)
Wirtschaft und Arbeit: +49 (0) 511 120 5757
(Mo. - Fr. 8 - 20 Uhr)

Darüber hinaus haben die Ministerien weiterführende Informationen auf den jeweiligen Internetauftritten zur Verfügung gestellt.

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